Was hilft bei Kopfschmerzen (Migräne)?


Krankheiten / Dienstag, Juli 3rd, 2018

Migräne ist derzeit nicht heilbar. Die Schwere der Kopfschmerzen sowie die Symptome werden durch geeignete Maßnahmen gemildert.

Zur Akuttherapie werden zum einen Nichtopioid-Analgetika wie beispielsweise Acetylsalicylsäure besser bekannt als Aspirin, Paracetamol und Ibuprofen eingesetzt.
Zum anderen werden spezielle Migränemedikamente aus der Gruppe der Triptane, beispielsweise Sumatriptan, Naratriptan und Elitriptan, als Mittel der ersten Wahl eingesetzt.

Leichte bis mittelschwäre Kopfschmerzen werden mit Acetylsalicylsäure, Paracetamol oder Ibuprofen behandelt. Acetylsalicylsäure, Paracetamol und Koffein können kombiniert werden, so wirken sie besser als einzeln. Bei andauernder Einnahme dieser Präparate besteht die Gefahr einer Abhängigkeit, sodass die Kopfschmerzen durch die Einnahme von Medikamenten entstehen. Diese Mittel gelten als magenschonend und sind als Tabletten und Brausetabletten erhältlich.Paracetamol gibt es als Zäpfchen zu kaufen, für alle die keine Tabletten schlucken können. Metamizol, Acetylsalicylsäure und Paracetamol können auch intravenös verabreicht werden.

Starke Migräneschmerzen werden mit Triptanen behandelt. Diese Wirkstoffe wirken nicht nur gegen den Kopfschmerz selbst, sondern auch gegen die mit einhergehenden Symptome wie Übelkeit und Erbrechen.

Triptane

Triptane geben sich im Blut als der körpereigene Botenstoff „Serotonin“ aus. Serotonin reguliert in der Weite der Blutgefäße. Triptane setzen sich in den Blutgefäße an die Bindungsstellen des Serotonins und bewirken damit unteranderem die Verengung der Blutgefäße im Gehirn. Der Migräneanfall wird dadurch unterbrochen. Außerdem blockieren Triptane die Freisetzung von Neuropeptiden sowie die Weiterleitung der Schmerzimpulse. Da Triptane eine spezifische Wirkungsweise haben, wirken sie nur bei Migräne und den sogenannten Clusterkopfschmerzen.
Die Einnahme der Mittel erfolgt während eines Anfalls oder in der Kopfschmerzphase.
Da die Wirkstoffe eine begrenzte Wirkdauer haben, kann unter Umständen eine zweite Tablette eingenommen werden, wenn es nach der beschwerdefreien Phase erneut zu Kopfschmerzen und anderen Symptomen kommt.

Zu beachten ist, dass Triptane nicht mehr als 10-mal pro Monat eingenommen werden dürfen, da es zu medikamenteninduzierten Kopfschmerzen kommen kann. Tristane dürfen nicht bei Gefäßkrankheiten und Bluthochdruck eingenommen werden. Triptane gibt es als Tabletten, Nasensprays, Zäpfchen und als Spritzen für die Selbstinjektion erhältlich.

Medikamente gegen Übelkeit

Zusätzlich können Medikamente gegen Übelkeit eingenommen werden. Dies sollte auf jeden Fall nach Absprache mit Ihrem Arzt erfolgen. Die Mittel der ersten Wahl sind Metoclopramid oder Domperidon.

Bereits während einer Auraphase sollte bei Bedarf ein Mittel gegen Übelkeit eingenommen werden. Dies sorgt dafür, dass die Migräne Medikamente im Körper bleiben und die Magen-Darm-Tätigkeit angeregt wird. Durch die verbesserte Magen-Darm-Tätigkeit, können die Migränemittel besser vom Körper aufgenommen werden und wirken dadurch schneller.

Mittel der zweiten Wahl sind sogenannte Mutterkornalkaloide (Ergotamine) da sie viele Nebenwirkungen mit sich bringen. Sie dürfen in keinem Fall zusammen mit Triptanen eingenommen werden.

Menschen die viele und schwere Migräneattacken erleiden, können eine medikamentöse Migräneprophylaxe erhalten. Diese setzt allerdings erst sechs bis acht Wochen nach Beginn der Therapie ein. Der behandelnde Arzt sucht das für Sie beste Medikament aus, dieses wird gemeinsam mit nichtmedikamentösen Therapien wie Ausdauersport, progressive Muskelrelaxation nach Jacobson, Biofeedback-Verfahren, Akupunktur und bei Bedarf Stressbewältigungstraining kombiniert. Die medikamentöse Prophylaxe wird mindestens sechs Monate und höchstens 12 Monate durchgeführt. Danach reicht die nichtmedikamentöse Therapie zur Vorbeugung in der Regel aus.

Zur Selbsthilfe ist ein Migräne-Tagebuch oft hilfreich. Hierbei tragen Sie Ihre Migräneattacken mit allen sonstigen Beschwerden ein und können so mögliche Auslöser in der Zukunft vermeiden. Ausdauersport und ein geregelter Alltag wirken ebenfalls vorbeugend gegen Migräne. Außerdem können Entspannungsübungen hilfreich sein.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.